WELTKUNST GERMANIA – ERINNERUNGEN AN DIE ÄRA DES JETSET: DAS HOTEL IL PELLICANO

Porto Ercole in der Toskana liegt an einer der unberührten Küsten Italiens. Der Brite Michael Graham (ein Pilot, der in Syrien ohne Fallschirm aus einem abstürzenden Flugzeug gesprungen war und überlebt hatte) und seine Frau Patricia verliebten sich Hals über Kopfin den Ort und eröffneten hier am 2 Juni 1965 das Hotel Il Pellicano. Aufgrund der Lage der Herberge und der illustren Freunde der Betreiber wurde das Haus mit seinem guten Dutzend Zimmern zum exklusiven Refugium der High Society. Alle waren hier: Die Pucci, Borghese, Agnelli und Niarchos und Filmstars wie Douglas Fairbanks. Heute heißen die Gäste Missoni, Casiraghi und Brandolini. Immer wieder waren berühmte Fotografen unter den Gästen. Ihre Bilder sind nun in dem Band “Hotel Il Pellicano” versammelt (Rizzoli, New York 2011, 60 Dollar). Autoren wie Bob Colacello erzählen die Geschichte des Hotels und der Bilder (hier im Uhrzeigersinn: Terrasse in der Dämmerung (John Swope, 1966), Swimming Pool (Slim Aarons, 1973) Yvonne Sciò und ihre Tochter Isabella Beatrice (Juergen Teller, 2009), Nanny mit Kindern (Slim Aarons, 1967), der jetzige Hotelbesitzer Roberto Sciò und seine Frau Marie-Louise Mills in ihrer Villa, die einst Charlie Chaplin gehörte (Slim Aarons, 1980). Mit dem Band wollten sich die Sciòs ein Geschenk machen. Er erinnertan an eine Epoche, als “Jetset” etwasanderes als “Vielflieger” war, nämlich ein genussvolles Lebensgefühl. Keiner verstand das besser als Slim Aarons. Und keiner hält es heute so trefflich mit gauklerischer Ironie fest wie der große Juergen Teller.

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